Wir sind eine Familie, aber keine gewöhnliche. Ich bin SOS-Kinderdorf-Mutter und von meinen sechs Kindern ist nur Sebastian mein leiblicher Sohn. Dennis, Jacqueline, der kleine Dennis, Mario und Tobias wurden von anderen Müttern geboren, die selbst so große Probleme hatten, dass sie nicht für ihre Kinder sorgen konnten. Jedes dieser Kinder ist einzigartig und liebenswert, aber sie alle haben viel Schlimmes aushalten müssen, das hat Wunden hinterlassen. Meine Söhne und meine Tochter sind nicht so unbekümmert, wie es jedes Kind sein sollte, in ihrem Lachen steckt manchmal eine große Wut.

Dieses Tagebuch ist meinen besonderen Kindern gewidmet, es erzählt aus unserem Alltag im SOS-Kinderdorf und von meiner Arbeit, die zugleich mein Leben ist. Bevor ich meine Ausbildung begann, hatte ich selbst keine Ahnung davon, was in so einer Kinderdorf-Familie passiert, aber es hat mich brennend interessiert. Vielleicht sind Sie ja auch ein bisschen neugierig.

Am liebsten erzähle ich Ihnen von all dem Guten: den Fortschritten, die die Kinder machen, Tagen voller Harmonie. Aber ich möchte auch die andere Seite nicht verschweigen: die traurigen Momente und schwierigen Situationen, die uns alle auf die Probe stellen. Auch die gehören zu unserer Familie.

Von 2 bis 40 – wer wir sind

Tobias
Tobias*, 2, lacht viel, lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Um ein Spielzeug zu verteidigen, kann er auch mal laut werden.
Mario
Mario, 3, leiblicher Bruder von Tobias, findet alles aufregend, will alles wissen: Was ist das? Warum? Ist sehr verschmust.
Dennis, 5 Jahre
Dennis, 6, hat ein sonniges Wesen, geht offen auf neue Dinge zu, ist körperlich sehr aktiv, manchmal fehlt ihm die Ruhe.
Sebastian
Sebastian, 9, ist sehr sozial, nimmt viel Rücksicht auf seine jüngeren Geschwister. Liebt Fußball, verschlingt Bücher.
Jacqueline
Jacqueline, 10, ist die zweite Mutter im Haus, kümmert sich um ihre Geschwister, um Tiere und Pflanzen. Weiß sich immer zu helfen.
Dennis, 10 Jahre
Dennis, 11, leiblicher Bruder von Jacqueline. Er ist sehr charmant, manchmal aufbrausend, malt mit großem Talent.

AlexandraAlexandra, 34, Schreiberin dieses Tagebuchs. Überzeugte SOS-Kinderdorf-Mutter seit 4 Jahren. Nicht so leicht zu erschüttern, solange der Morgen mit einem Kaffee im Bett und zehn ungestörten Minuten beginnt.


ErwinErwin
, 40, Lebenspartner von Alexandra und Vaterfigur für die Kinder. Er ist unglaublich geduldig und steht morgens um 5.30 Uhr auf, um den ersten Kaffee zu kochen.


Schöne Aussichten – wo wir wohnen

Unser Kinderdorf liegt auf einem Hügel in der Nähe eines Sees. Wir wohnen ganz am Ende des Dorfes. Wenn wir aus dem Fenster schauen, sehen wir vorne ein kleines Holzhaus und ein Klettergerüst, hinten die Berge: den Schafberg, den Watzmann, die südbayrischen Alpen.

Wer umgekehrt in unser Haus hinein schaut, sieht alles in vielfacher Ausführung: Im Flur hängen sechs Kinder- und zwei Erwachsenenjacken, Mützen, Schals, es stehen acht Paar Schuhe dort. In der Küche und im Wohnzimmer sind die Wände voll mit Fotos, gemalten Bildern, Bastelarbeiten und Stundenplänen. Sebastian und Dennis haben ihr gemeinsames Zimmer unten, die anderen Kinder jeweils zu Zweit im ersten Stock. Dort sieht man dann auch manchmal Berge – von Spielzeug und Klamotten. Die schönste Aussicht eröffnet sich samstags, wenn die Kinder wie abgemacht ihre Zimmer aufgeräumt haben.

* Fotos: Michela Morosini
Namen der Kinder geändert


DANKE

Nach einem guten Jahr habe ich dieses Weblog abgeschlossen. Ich möchte mich bei allen Lesen und Kommentatoren für die rege Teilnahme und Diskussion bedanken. Die bisher erschienen Einträge werden Sie weiterhin hier finden. Viele Grüße, Alexandra

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Zum Schutz der Privatsphäre der Kinder sind die Namen in diesem Weblog geändert.


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