Wofür wir arbeiten

Wir kommen ins Fernsehen. Letzte Woche hat ein Team des Österreichischen Rundfunk bei uns im Kinderdorf gedreht, um festzuhalten, wie „Hermann Gmeiners Erben“ (so der Titel der Sendung) die Kinderdorf-Idee heute weiterführen.

Blogeintrag 3.5.08

Eine Kinderdorf-Mutter wurde gefilmt, die regelmäßig ins Fitness-Studio geht, das gab es vor 60 Jahren, als das erste Kinderdorf gegründet wurde, noch nicht. Ich selbst wurde bei der Arbeit am Laptop aufgenommen. Und natürlich waren auch unsere Männer ein Thema: Außer mir leben noch zwei weitere Kinderdorf-Mütter mit ihrem Partner im Dorf. Die Männer tun dem Zusammenleben ungeheuer gut, sie sind gerade für die Jungen wichtige Identifikationsfiguren, mal abgesehen von den vielen Fahrrädern, die sie im Laufe der Jahre repariert und die unzähligen Bälle, die sie aufgepumpt haben.

Alle Partner, die im Kinderdorf leben, haben verpflichtend an einer Schulung teilgenommen, was sehr sinnvoll ist. Es kann schwierig sein mit unseren Kindern, die ja alle schon Schlimmes erlebt haben und unbedingt Verständnis brauchen. Fast alle Jungen und Mädchen bei uns im Dorf sind Sozialwaisen, deren leibliche Eltern aus verschiedenen Gründen nicht gut für sie sorgen konnten – auch das ist ein großer Unterschied zu damals, als die allermeisten Kinder ihre Eltern im Krieg verloren hatten.

Jemand, der völlig unvorbereitet in so eine Gemeinschaft käme, wäre sicher überfordert. Die Partner der Kinderdorf-Mütter haben alle ihre eigenen Berufe, aber wie in jeder Familie übernehmen sie auch Verantwortung, verbringen Zeit mit den Kindern, sind für sie da – der eine mehr, der andere weniger. Für mich als Kinderdorf-Mutter ist das auch eine Riesenhilfe. Gestern zum Beispiel musste ich zum Elternabend in die Schule, also hat mein Lebensgefährte Erwin alle sechs Kinder ins Bett gebracht und anschließend die Küche aufgeräumt.

Aber so viel sich im Kinderdorf geändert hat, eines ist in 60 Jahren immer gleich und unantastbar geblieben: Im Mittelpunkt stehen die Kinder. Es ist großartig zu erleben, wenn ein Kind zu sich selbst findet, seine Talente entdeckt, Spaß am Leben hat. Dafür arbeiten wir, damals wie heute.

„Hermann Gmeiners Erben“ ist am Muttertag, 11.Mai, 18.25 Uhr, auf ORF 2 zu sehen.

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