Danke!

071206-2.jpgBeim Rodeln hat sich Tobias, mein Jüngster, ein Bein gebrochen. Glücklicherweise ist es kein komplizierter Bruch, aber er hat einen Gipsverband bekommen und muss rund um die Uhr liegen. Nicht gerade die einfachste Übung für ein zweijähriges Kind – um so mehr fasziniert mich der Kleine. Er ist rundum zufrieden und grinst über das ganze Gesicht. Offensichtlich genießt er den Zustand: Sein Bettchen steht, je nachdem, wo ich mich aufhalte, in der Küche oder im Wohnzimmer. Er ist also immer in meiner Nähe und bekommt viel Zuwendung. Das spornt ihn so sehr an, dass er in den letzten Tagen seinen Wortschatz – ich würde fast sagen: verdreifacht hat.

Wer mit dieser Situation überhaupt nicht klarkommt, ist Jacqueline. Gestern hat sie zum Schulbusfahrer gesagt, dass sie sich vielleicht auch etwas brechen sollte, dann würde sich die Mutti so um sie kümmern wie jetzt um Tobias. Ihren kleinen Bruder behandelt sie sehr liebevoll, aber mich lässt sie ihre Eifersucht deutlich spüren, ist mürrisch, zerbricht „ganz aus Versehen“ einen Kochlöffel, um meine Aufmerksamkeit zu gewinnen oder kann plötzlich nicht mehr alleine rechnen, so dass ich mich zu ihr setzen muss. Ich denke, dass ich an einem der nächsten Abende ganz allein mit Jacqueline Weihnachtsplätzchen backen werde. Die Anderen kommen dann möglichst bald auch dran, mit jedem meiner Kinder backe ich sein Lieblingsgebäck, das ist Tradition.

071206.jpgIch selbst bin schon in einer ganz angenehmen Weihnachtsstimmung. Ich kann die Adventszeit mit all der Backerei, dem Dekorieren und Besorgen richtig genießen und vor allem bin ich dankbar. Darf ich das mal loswerden? Den Paten der Kinder möchte ich danken. Viele von ihnen haben irgendwann mal bei uns vorbeigeschaut, weil sie wissen wollten, was mit ihrem Geld passiert – ich finde das völlig in Ordnung. Aus den ersten Besuchen haben sich viele sehr persönliche Kontakte entwickelt, die für die Kinder eine große Wertschätzung bedeuten. Eine ganz liebe Patin brachte uns im letzten Jahr an Weihnachten einen Truthahn vorbei, der so riesig war, dass wir ihn kaum in den Ofen bekommen haben.

Auch unser Hauspate, ein großer Stromversorger, ist sehr engagiert. Zum Beispiel wurden uns eigens zwei Elektriker an die Seite gestellt, um Garten und Teich kindgerecht mit Licht auszustatten, und einige Mitarbeiter schauen immer mal wieder mit ihren eigenen Kindern bei uns vorbei. Da knüpfen sich Freundschaften.

Den Therapeuten und Lehrern meiner Kinder danke ich für ihre Liebe und Geduld, mit denen sie den Kindern immer wieder ein Stück weiterhelfen. Besonders danke ich Erwin, meinem Partner, der mit mir die schönen Tage teilt und mich durch die schlechten trägt. Und am meisten den Kindern, von denen ich so viel lerne: Dass man Schwierigkeiten überwinden kann. Jedes von ihnen hat ja schon eine schwere Krise durchlebt und auf seine Weise gemeistert. Und dass alle Dinge ihre Zeit brauchen und nicht zu erzwingen sind. Und dass es wunderbar sein kann, mit gebrochenem Bein im Bett liegen zu müssen.

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